Research Measurements
Publikationsbias
Die Tendenz, positive Studienergebnisse haufiger zu veroffentlichen als negative.
Publikationsbias entsteht, wenn die Wahrscheinlichkeit der Veroffentlichung einer Studie von der Richtung oder Signifikanz ihrer Ergebnisse abhangt. Studien mit statistisch signifikanten, positiven Ergebnissen werden haufiger eingereicht, angenommen und veroffentlicht als Studien mit negativen oder null Ergebnissen. Auswirkungen: systematische Uberschatzung der Behandlungseffekte in der Literatur, verzerrte Metaanalysen (da sie auf veroffentlichten Studien basieren) und unvollstandiges Bild der Evidenz. Im Bereich der Nahrungserganzungsmittel ist der Bias besonders stark: industriefinanzierte Studien (die 60-70 % der Nahrungserganzungsmittel-Forschung ausmachen) zeigen 4-mal haufiger positive Ergebnisse. Gegenmassnahmen: Studienregistrierung vor Beginn (ClinicalTrials.gov), Registered Reports (Peer-Review vor Datenerhebung) und statistische Methoden (Funnel-Plots, Egger-Test).